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TranSib38 244 Beiträge

Bankenkrise: „Der Staat als Reparaturbetrieb des Kapitals?“

„Der Staat als Reparaturbetrieb des Kapitals?“

Diesen Slogan hörte ich einmal in den 70ern und dachte dabei nicht, daß er mir heute
zu den Hilfeaufrufen der USA zur dortigen Bankenpleite wieder einfallen würde.

Wir erleben seit Mitte der 80er Jahre einen stetig wachsenden Rückzug des Staates aus seiner
tragenden sozialen Verantwortung.
Slogans wie; „Freies Spiel der Kräfte“, „Selbstregulierungskraft des Marktes“ galten als Wundermittel
der neoliberalen Avantgarde und wurden von der Yuppiegeneration der Politprofis enthusiastisch gefeiert.
Der regulierende Staat wurde zum „steuernfressenden Hemmschuh von Vorgestern“ und die Soziale Marktwirtschaft zum „westlichen Sozialismus-Modell für Faule“ erklärt.
Die neoliberale Forderung nach Privatisierung und Verkauf
staatlicher Betriebe, Behörden und Monopole galten hier in Deutschland und in anderen europäischen Ländern als letzter Schrei und Wundermittel der Volkswirtschaft, mit der bestimmte Parteien dem Bürger einredeten, daß
dadurch seine Steuergelder gespart und unwirtschaftliche staatliche „Bremsklötze“ endlich zu Turbomaschinen
hochgepusht werden.
Heute ist in vieler Hinsicht genau das Gegenteil eingetreten: Das staatlicheTafelsilber ist verramscht und die zu hastig privatisierten“Turbomaschinen“ sind den schnelleren Konkurrenten kaum gewachsen.
.
Der Staat hat sich aus seiner lenkenden Verantwortung davongestohlen.
Wir haben in der neuen erweiterten EU amerikanische Verhältnisse und sind - welt-und europaweit - scheinbar den multinational agierenden Konzernen und Investmentbanken hilflos ausgeliefert.

Bis zu jenem Tag, als in den USA die Kartenhäuser der hochgelobten Investmentbanken über den Inmobilienmarkt zusammenkrachten und die ältergewordene Yuppiegeneration aus Wirtschaft und Politik plötzlich den Staat als Rettungsanker entdecken, den sie vorher all die Jahre aus ihren profitablen
Geschäften heraushaben wollten.

Deshalb frage ich noch einmal: Ist der Staat ein Reparaturbetrieb des Kapitals?

* Die eventuellen Fehler spende ich den angeschlagenen Investmentbanken! ;- )))

23.09.2008, 14:59Verstoß melden

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Augustus Persönliche Nachricht schicken | 998 Beiträge

Nach dem Versagen des Kommunismus dachten die Kapitalisten, alle Macht sei in ihren Händen.

Diese Wirtschaftskrise sieht aber, gegen die übliche fingierte Dauerkrise zwecks Lohndrücken, wie der erste rollende Stein des kapitalistischen Verfalls.
Die USA brauchten (und brauchen heute noch) Finanzierungsquellen für den wirtschaftlich unrentablen und fruchtlosen Irak-Krieg.
Jetzt platzen auch die US-Großbanken und Versicherer, und der Staat muss ein Loch sanieren, mit Geld, das er nicht hat.

Was tun? Neuen Krieg anzetteln? Banknoten drücken (=Inflation)?
Nein, die europäischen "Partner" dazu zwingen, Überweisungen an bereits pleite US-Banken zu tätigen.
Es geht hier um eine Gesamtsumme, die dem zweifachen Kostenaufwand für den Irak-Krieg bis zum jetztigen Zeitpunkt entspricht.

Versucht ein Unternehmer (Personengesellschaft) in Deutschland, eine Förderung über die KfW oder die DTA (Deutsche Ausgleichsbank) zu erhalten, wird er behandelt wie eine Privatperson (Schufa, CEG, CreditReform, Bürgel), sprich wie ein Bettler, der Geld für ein zu risikoreiches Geschäft möchte.

Seltsamerweise wird Geld nur für Großunternehmen locker gemacht, deren Manager und Anteilhaber keine Privathaftung tragen (Kapitalgesellschaften): diese ggf. in die Insolvenz zu jagen, ist ein Kinderspiel, nachdem sich die Vorstände kurz davor die Gehälter drastisch erhöht und satte Abfindungen eingeräumt haben.

Bei dieser Krise handelt es sich jedoch um eine Eskalation dieser perversen Handlung in eine neue Dimension, in der die Täter (USA) vor der Erpressung anderer Länder nicht zurückschrecken.

Augustus Persönliche Nachricht schicken | 998 Beiträge

KfUSW = Kreditanstalt für US-Wiederaufbau

Kosmohuman Persönliche Nachricht schicken | 1386 Beiträge

Einfach gesagt ja! Weil der Staat auch dabei viel verdient! Wir reden ja nur über dieses Phänomen, wenn irgendetwas schief geht! Der Staat und alle Deutsche Banken haben in den letzten 30 Jahren Milliarden $/€ Geschäfte mit den Insolvenz-Banken und Versicherungen gemacht und dabei auch tüchtig Geld verdient!
Viele einfache Anläger und Aktionäre haben auch viel Geld verdient! Nun, ist was schief gegangen und alle wollen einen Sündenbock!
Nur dumme Menschen galuben oder haben geglaubt, dass bei Aktien man immer gewinnt! Dieses Risiko ist allen klar gewesen und nun muss man anständig die Sache hinkriegen! Schuldzuweisungen nutzen niemanden!

SpiesserblasterBenutzer gesperrt

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Anachi Persönliche Nachricht schicken | 60 Beiträge

@all
besonders thedude

BWl´ er sterben schneller,
und bis zum nächstenmal schon fröhlich bleiben....

TranSib38 Persönliche Nachricht schicken | 244 Beiträge

 20min.ch


>Sarkozy will Revolution
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat sich für eine völlige Neuordnung des internationalen Finanzsystems ausgesprochen. Die Finanzkrise stelle «die Welt auf den Kopf».
Interaktiv-Box

Das sagte Sarkozy in einer Grundsatzrede im südfranzösischen Toulon. Das weltweite Finanz- und Währungssystem müsse daher von Grund auf neu durchdacht werden, wie das nach dem Zweiten Weltkrieg in Bretton Woods gemacht worden sei, sagte der Präsident am Donnerstag.

Eine weltweite Regulierung der Märkte sei unumgänglich. Auf der Konferenz von Bretton Woods war 1944 ein weltweites Währungssystem mit festen Wechselkursen zum Dollar beschlossen worden.

«Die Krise ist nicht vorbei», sagte Sarkozy weiter. Die Franzosen müssten sich in den kommenden Monaten noch auf zahlreiche Konsequenzen einstellen, etwa beim Wachstum, bei der Arbeitslosigkeit und bei der Kaufkraft.

In Frankreich werde der Staat jedoch eine aktive Rolle spielen, versprach Sarkozy. Er werde im Notfall für «die Sicherheit und die Kontinuität» im französischen Banken- und Finanzsystem garantieren.

«Ich werde es nicht zulassen, dass ein einziger Anleger einen einzigen Euro verliert, weil eine Bank nicht mehr in der Lage ist, ihre Verpflichtungen zu erfüllen», sagte er. Ausserdem kündigte er ein Gesetz gegen überzogene Gehälter für Manager an, falls die Branche nicht bis zum Ende des Jahres eine eigene Regelung finde.

Vor der UNO-Vollversammlung hatte Sarkozy bereits am Dienstag einen Gipfel zur Finanzkrise vorgeschlagen und sich für einen «regulierten Kapitalismus» ausgesprochen, der riskanten Spekulationsgeschäften enge Grenzen setze.<

TheDude76 Persönliche Nachricht schicken | 4705 Beiträge

Mein Onkel ist 85 Jahre alt geworden ;-) Noch fragen @ anachi

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