Brutalität in Afrika
08.03.2008, 13:42Verstoß melden
Ich denke, dass natürlich die Kolonialzeit eine wichtige Rolle spielt. Viele dieser Staaten sind erst seit noch nicht einmal 50 Jahren unabhängig. Und wirtschaftlich geht es vielen davon richtig schlecht. Ich denke vor allem die sozialen Missstände(Armut, Hungersnöte, Krankheiten) und die Rohstoffe(teils werden diese Staate von der REgierung oder Firmen ausgebeutet) spielen eine Rolle. Sie sind durch ihre Entwicklung meiner Meinung noch nicht so weit wie zb. Europa.
Ein Gegenbeispiel wäre Südafrika, dass wirtschaftlich zur "Ersten Welt" gezählt wird.
So sieht es aus in den Ländern. Leider weiß kein Mensch, wann das endlich ein Ende hat. Es ist nicht sinnvoll, Wahlbeobachter zu entsenden, denn denen wird auch kein Einblick gewährt. Objektive Beurteilung ist für mich nicht zu erkennen. Nach den Wahlen, wie kc1 schon erwähnt hat gehen die brutalen Angriffe los, keiner weiß, warum und die Beobachter stehen da und zucken mit den Schultern.
Beim Stichwort Ruanda empfinde ich nichts mehr. Ich kann es einfach nicht begreifen wie Menschen sich gegenseitig so etwas antun. Der ganze See war mit Leichen bedeckt. Gräueltaten, die kein normaler Mensch nachvollziehen kann.
In der Zeit habe ich Schutztruppen vermisst, die da einschreiten. Gesehen habe ich nicht viel...
Das besonders Schlimme ist, wenn es mal welche schaffen, zum Beispiel Zuflucht in Deutschland zu finden, geht es ihnen zwar etwas besser, wirklich sicher sind sie hier jedoch auch nicht. Zu viele Anfeindungen einiger schräger Menschen machen ihnen das Leben auch hier nicht gerade lebenswert. Aber immer noch besser als der Gefahr in ihrem eigenen Land ausgesetzt zu sein ist es allemal.
Die Menschen sollten endlich Menschen werden, nicht Machthaber, Geldhungrig sein, betrügen, vertuschen und diese ganze Latte von Unmenschlichkeiten sollten alle mal überdenken.
Ich bin auch immer wieder sehr berührt wenn ich von der häufigen Gewalt in afrikanischen Staaten höre. Unvergessen ist mir der Stammeskrieg zwischen Hutu und Tutsi, bei dem meines Wissens innerhalb weniger Tage über 1 Million Menschen getötet wurden. Alles geschah praktisch vor den Augen einer in Menschenrechtsfragen indolenten Weltbevölkerung.
Aber um nun endlich auf Deine Eingangsfrage einzugehen: wir Menschen in den reichen Industriestaaten kennen seit ca. 6 Jahrzehnten eigentlich nur den Wohlstand und den Überfluß. Die Menschen in Afrika müssen sehr häufig mit sehr sehr viel weniger leben als wir. Hunger und Armut sind weit verbreitet. Ihre Armut hat verschiedene Gründe, auf die ich in einem kurzen Beitrag wie diesen nicht eingehen kann.
Zivilisationen die in Armut und Hunger leben müssen, stehen unter großem Stress, ökonomische und andere (z.B. gesundheitliche) Zwänge gehören zum Alltag von Menschen, die unter solchen Bedingungen leben müssen. Diese ständige Gegenwart von ökonomischen Zwängen formen die Psyche von Menschen sehr negativ. Wer einen gefüllten Magen hat und eine halbwegs gesicherte soziale Existenz, der hat keine akuten Zwänge, der wird auch über ein friedvolleres menschlliches Wesen verfügen. Das Gegenteil ist der Fall wenn Armut, Hunger, Krankheiten und sonstige Not das Leben beherrschen.
Die meisten Menschen in unseren Breiten haben in ihrem Wohlstand vergessen, wie negativ ständig vorhandene ökonomische Zwänge für ein friedvolles Zusammenleben von Menschen sind. Deshalb dürfen wir niemals vergessen, wie wichtig ein in allen sozialen Schichten mehr oder weniger vorhandener Wohlstand in einer Gesellschaft ist.
Meine größte Sorge ist daher, daß mit dem absehbaren Verlust an allgemeinem Wohlstand in unserer Gesellschaft durch die abzusehenden Probleme der Zukunft (Rohstoffmangel), unsere alten Zwänge wieder zurückkehren werden und auch in unseren Breiten Gewalt wieder zu einem großen Thema werden könnte.
Also, Wiege der Menschheit schliesst doch die Brutalität nicht aus! Brutalität ist eine menschliche Eigenschaft, die auch in den nordlichen Ländern vorkommt!
Die heutige Situation in Afrika ist das Resultat des europäischen Kolonialismus! Fast alle Konflikte beruhren sich aus die von der "zivilisierten Europäer" gezogenen Grenzen, die ohne Rücksicht auf ethnischen Zusammensetze mit Linearen gezogen sind!
Ich war ja 10 Jahre in Südafrika und glaube, mir über Afrika eine objektive Meinung gemacht zu haben.
Ein Grund für die Rückständigkeit ist, dass unser Gesellschaftssystem nicht das der Schwarzen ist. Die Völker, die man als Naturvölker bezeichnen kann.
zb herrscht bei einigen Völkern die Vorstellung, dass jeder Besitz Allgemeinbesitzt ist. Also vereinfacht ausgedrückt: die Ziege meines Nachbarn ist auch meine Ziege! - Deshalb haben die Schwarzen in SA auch eine andere Vorstellung von Eigentum und kein Unrechtsempfinden bei Diebstahl.
Auch herrschen dort ganz andere ethische Vorstellungen: da in den Slums der Grosstädte die dörfliche Kontrolle weggefallen ist, werden keine ethischen Werter vermittelt. Und noch nicht einmal in den Schulen gibt es Ethikunterricht geschweige denn von Religion.
In Sierra Leone, welches dafür bekannt ist, dass die grossen Diamentenfelder sich in Flussläufen befinden, gibt es schon jahrzehnte lang einen Streit zwischen Regierung und Rebellen. Da die Flussläufe nicht abgesperrt werden können, sammeln die Rebellen die Diamanten und tauschen sie im Ausland gegen Waffen (Blutdiamanten). Dann gehen die Rebellen in Dörfer und stehlen Kinder (ab 7 Jahre), um sie als Kindsoldaten auszubilden. Die werden zunächst mit Drogen abhängig gemacht und dann losgeschickt, mit MGs und Macheten, um alten und wehrlosen Menschen die Gliedmassen abzutrennen und umzubringen.
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