Die DDR, ein vergessener Staat ?
14.12.2007, 19:48Verstoß melden
@bergler:
"Und Du meinst deshalb man immer noch mehr Verteuerungen, oder sollen doch die Reichen noch reicher werden, und die Armen noch ärmer werden, ist doch wurscht, Wen es nicht passt soll auswandern!"
Verstehe ich dich richtig? Ich habe niemandem vorgeschlagen, das Land zu verlassen, sondern nur darauf hingewiesen, dass es nirgendwo perfekt ist.
Und was die Arm-Reich-Schere betrifft: Ich weiß auch, dass die immer weiter auseinander geht. Hier mal ein Dankeschön an die Machthaber ab 1998, die erst die Sozialdemokratie abgeschafft, und dann durch Hartz4 ersetzt haben!
Glaub mal nicht, dass ich das gut finde.
Bei weiteren Missverständnissen einfach noch mal langsam durchlesen; ich denke, dass meine Meinungsäußerung schon zu verstehen ist!
Mahlzeit ;-))
Ist mal wieder ne angeregte Diskussion im Gange. *g
Mal ne Frage. Hat jemand letzten Samstag die Dokumentationen auf Phoenix gesehen?
Es ging um Vertriebene in der DDR und um alliierte Spionageflüge über der DDR.
War doch sehr anschaulich und informativ.
25000 Flüge über die DDR und somit war die DDR das meist fotografierte Land der Welt.
Das gibt dem Spruch "Big Brother is watching you"
ne ganz neue Bedeutung ;-P
Ich würde dazu mal sagen wollen, dass das Experiment DDR durchaus seine Berechtigung hatte.
Gesellschaftswissenschaftlich ist es eine Gesetzmässigkeit, dass durch die Negation der Negation ein neues System geschaffen wird, wenn das vorhergegangene System überwunden ist.
Systeme gehen übrigens von ganz alleine, meist aber an ihren antagonistischen Widersprüchen kaputt.
Das sind jene Widersprüche, die in diesem System mit den Mitteln dieses Systems nicht überwunden werden können. (Massenarbeitslosigkei, Korruption, fortschreiende Klassengesellschaft usw...)
Ich möchte betonen, dass Wahlen in bestehenden System keinesfalls einen Ausweg darstellen. Ich begründe das, durch die Allmacht der Massenmedien und deren Manipulation.
Klar, die Konzerne halten Anteile der Grossen Medien. Das tun sie, um bei der Nachrichtenerstattung ein Wörtchen mitzureden.
In der DDR gab es offiziell keine Zensur, jedoch wusste ein Redakteur, was er schreiben kann und was eben nicht. Eine Selbstzensur, wie sie offensichtlich auch in der BRD stattfindet.
Wenn man sich nun in das Jahr 1949 versetzt, scheint der Sozialismusversuch nur logisch.
Man wechselt die Jahrhunderte währende Diktatur des Kapitals gegen eine Diktatur des Proletariats.
Ich möchte drauf hinweisen, dass zwar Diktatur gegen Diktatur getauscht wird, jedoch das Proletariat aufgrund seiner Mehrheit einen legitimeren Anspruch auf die Macht hat als das Kapital.
Es heisst ja schliesslich: Alle Macht geht vom Volke aus, nicht von den Banken!
Das interessante ist, dass die DDR in Westeuropa immer ein isolierter Staat war. Man hatte sich u.a. darauf geeinigt, die Rohstoffversorgung zu blockieren was die ruinöse DDR-Wirtschaft mitverursacht hat.
Gleichzeitig hat man das "Schaufenster BRD" zu einem beispiellosen Schuldenstaat gemacht.
Zum Vergleich, die DDR war niemals auch nur annähernd so hoch verschuldet, wie die damalige BRD.
Man hat in der BRD in den 50ern ein "Wirtschaftswunder" geschaffen, Kreditfinanziert auf kosten der nächsten Generationen.
Diese Kredite werden nie zurückgezahlt, weden sie fällig, werden sich durch neue Kredite abgelöst, was eine immense Zinslast verursacht, die durch die Steuerzahler bezahlt werden muss.
Die Steuer funktioniert hier wie ein Geldstaubgauger vom Volk zu den Banken, denn die bekommen die Zinsen.
Man kann also beide Systeme nicht miteinander vergleichen. Aber zu argumentieren, der Westen sei wegen des besseren Konsumangebots und der Scheindemokratie dem Sozialismus weit voraus, ist aus meiner Sicht schlichtweg falsch.
Die Zukunft wirds zeigen...
@Bumtschicawawa:
"Ich würde dazu mal sagen wollen, dass das Experiment DDR durchaus seine Berechtigung hatte. "
Das war die Langzeitstudie der UdSSR, die beweisen wollte, dass der Mensch NICHT vom Affen abstammt.
Die haben einfach 16 Millionen Deutsche 40 Jahre lang eingesperrt, und dann gesehen, dass sie Recht hatten: Kein Affe hält es 40 Jahre ohne Bananen aus!
@greenhorn: Zitat: "In der DDR war nicht alles schlecht oder falsch, genau wie in der BRD nicht alles gut oder richtig war (ist)! Die Welt ist eben nicht nur schwarz oder weiß! Wenn das bei allen ankommen würde, wenn das alle akzeptieren und auch danach leben würden, dann wäre der größte Schritt zur Beseitigung der Mauer getan!!!" --> Da geb ich dir vollkommen Recht! Gut gesagt! =)
@Nathalie: Zitat: "....Denn die meisten Kinder und Jugendlichen haben von der DDR keine Ahnung und sehen sie als erstrebenswerten Sozialstaat an,"der ja gleichwertig, wenn nicht noch besser als die BRD war"!" --> Welche Kinder und Jungendliche meinst du? Also alle die ich kenne (und da ich urspr. aus Ostdeutschland stamme, kenne ich Ost- und Westdeutsche Kinder und Jugendliche) wollen überhauptkeinen Sozialismus wieder! Und laut Medien ist es doch eigentlich sogar so, dass die "heutige" Generation sich garnicht für Politik interssiert!
LG, Nadine =)
nun gut, versuchen wir doch mal von folgendem auszugehen:
die wende hätte es nicht gegeben. die proteste in 1989 hätten maximal zu mehr reisefreiheit geführt. was wäre also passiert???
die gut ausgebildeten und für amerika und westeuropa gut zu bebrauchenden wären abgewandert. in ähnlichen grössenordnungen wie in den 90ern (im übrigen war der grösste aderlass im jahre 1994 zu verzeichnen. ist nachzulesen. grund: ernüchterung über den dilettantischen umgang mit den ddr-hinterlassenschaften).
ein internet, wie wir es heute kennen, hätte es nicht gegeben. die versorgung mit mobilen diensten ebenfalls nicht. auf den maroden zustand der netze im osten sei verwiesen.
eine gewisse öffnung hätte auch zu einer versorgung der eliten mit westeuropäischen gütern zur folge gehabt. (muss ich wirklich an die selbstbedienungsmentalität erinnern, getreu walter ulbricht: aus unseren betrieben ist noch viel mehr herauszuholen.) folge hieraus: tiefe unzufriedenheit bei den einfachen arbeitern, weil die allgemeine versorgungslage entweder katastrophal schlecht, oder aber durch lösung der preisbindungen unleistbar teuer würde.
was hätten wir also im osten??? weiterhin marode städte mit unrentablen, ökologisch verbrecherisch geführten betrieben wo zwar jeder arbeit hat, aber nur wenige sich etwas leisten können. so ähnlich haben wir es heute auch, nur mit dem unterschied, dass man das wenige durch garantiert ohne zu arbeiten zugewiesen bekommt. und da ist keine kohleheizung in der wohnung, sondern miete und nebenkosten bezahlt und bargeld gibts auch noch.
ALSO: linke experimente gehen nur, wenn an der spitze selbstlose visionäre stehen. das hat es aber nie gegeben und das wird es nie geben, weil macht eben immer korrumpiert. insofern ist "links" illusion.
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