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Willenspfeil 971 Beiträge

Große Gedichte

Die vollkommenste aller Dichtungen ist die reimende Versdichtung- sie vereint im Idealfall den Inhalt und die Form zu einem vollkommenen Ganzen. Die Kunst dabei besteht darin, mit möglichst wenig Worten möglichst viel an Aussagekraft zu erreichen. Gerade die verbale Sparsamkeit und die gekonnte Komposition bewirken eine Sinnfülle, die sich scheinbar nicht mit Tausend Worten ausgedrücken ließe- weil die von Bestimmung und Auslassung geprägte Gestalt immer neue Facetten offenbart und auf diese Weise zeitlose Gültigkeit genießt.

Ich würde gerne von euch wissen, welche Gedichte aus eurer Sicht ernsthaft das Epitheton "groß" verdient haben. Es wäre schön, wenn wir uns gegenseitig durch solche Gedichte bereichern würden und als kleiner Nebeneffekt eine lesenswerte Sammlung an schönen, großen, wahren Gedichten schaffen würden. :-) Nun habe ich wohl doch etwas zu weit in die Höhe gegriffen- da erstarrt man ja gerade in kontemplativer Haltung. Nein, bitte, schreibt! Schreibt, was euch jemals beeindruckt hat und was ihr gerne mit mir und anderen teilen würdet. Auch Ausschnitte aus größeren Werken sind herzlich erwünscht!

09.09.2008, 11:16Verstoß melden

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deejaylobo 1108 Beiträge

EURE ETÜDEN

Eure Etüden,
Arpeggios, Dankchoral
sind zum Ermüden
und bleiben rein lokal.

Das Krächzen der Raben
ist auch ein Stück –
dumm sein und Arbeit haben:
das ist das Glück.

Das Sakramentale –
schön, wer es hört und sieht,
doch Hunde, Schakale
die haben auch ihr Lied.

Ach, eine Fanfare,
doch nicht an Fleisches Mund,
daß ich erfahre,
wo aller Töne Grund.

Gottfried Benn

KKKK 1076 Beiträge

Normalerweise vergebe ich keine Daumen.
Doch bei diesem Gedicht von Benn konnte ich nicht widerstehen auszugleichen.
Das Gedicht ist formal eine Schönheit.
Der Inhalt höchst nachsinnenswert.

KKKK 1076 Beiträge

@deejaylobo
Interessanter Nick! Wie entstanden? -

Was meint Sapieha?
Sapiens als Wortstamm meine ich zu erahnen.
???

KKKK 1076 Beiträge

@deejaylobo
"VERLIESS DAS HAUS"
Wunderbar!
Vor kurzem fragte ich Sie, ob Sie verbalisieren können, was Ihnen an Benn so gefällt, da ich es bislang nicht kann.
Sie antworteten - wie künstlerisch - mit diesem Gedicht, das wohl die Frage zu beantworten helfen kann...
(Extemporation: Benn lernte ich anlässlich eines Vortrages kennen und schätzen; ich kaufte mir anschließend sofort ein Büchelchen mit einer Auswahl seiner Gedichte; das von Ihnen gepostete ist nicht darunter).
Das von Ihnen gepostete Gedicht wäre es wert, weiter besprochen zu werden. Vielleicht wäre so ein "auf den Begriff bringen" der Wertschätzung Benns möglich?

Willenspfeil Persönliche Nachricht schicken | 971 Beiträge

Auch hier: Verzeiht mir die lange Abwesenheit!

Hm, vor Benn verschließt sich in mir etwas, so dass ich seine Gedichte gar nicht an mich lassen und gut finden kann. Tut mir leid. Obwohl... es gab mal ein Gedicht von ihm... "Worte" oder so... das fand ich, zumindest als ich es vor 10 Jahren las, ganz erfrischend und reichhaltig. Aber wir scheinen ja hier einen Benn-Liebhaber zu haben, offensichtlich so großen, dass auch ich mal gerne wüsste, woher diese Liebe rührt. DeeJayLobo (was für ein DJ sind Sie denn?), gibt es keine anderen Dichter, die Sie als "postenswert" empfinden?

Willenspfeil Persönliche Nachricht schicken | 971 Beiträge

KKKK,

auch wenn es schon lange zurückliegt: Deine Ausführungen zum Osterfest fand ich höchst interessant! Du hast mir neue Sichtweisen eröffnet. Ich dachte bislang immer, dass Ostern gewissermaßen eine körperliche Auferstehung von Christi bedeutet und insofern sehr wohl mit dem Frühling (wie Neugeburt) einhergeht.

Wie gern würde ich jetzt noch einmal zu unseren Novalis-Beiträgen zurückblättern. Weißt du vielleicht ungefähr, welche Seite es gewesen sein mochte? Seite für Seite zurückblättern wäre mir doch zu aufwendig.

SiegPdwjwski Persönliche Nachricht schicken | 1415 Beiträge

Der Ungläubige redet von sich im Bewusstsein des Sterblichen, der gläubige Mensch stets im Bewusstsein des Unsterblichen.

(Mary Baker Eddy)

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