Langzeitarbeitslose offenbar kaum Chance auf Weiterbildung
Man muss wissen dass es schon immer eine Quote von Menschen gab, die aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in der Lage sind, zu arbeiten (Trinker, Schwerkranke, psychisch kaputte Menschen etc.). Solche Menschen kann man nicht mehr qualifizieren.
Dazu muss man unterscheiden, dass durch die Agendapolitik bereits jmd mit Hartz IV zum "Langzeit-Arbeitslosen" gemacht wurde.
Es ist auch keine Frage der Qualifizierung denn soviele Jobs gibt es nicht! Zwar gibt es viele offene Stellen auf hochqualifizierte Jobs - keine Frage - aber sie werden längst nicht ausreichen, einen deutlichen Anteil der Arbeitslosen (eine entsprechende Qualifizierung vorausgesetzt!) unterzubringen!
Der Arbeitsmarkt als solcher steht vor gewaltigen Herausforderungen...das ist nicht nur der Politik geschuldet sondern der Tatsache dass sich die Arbeitswelt insgesamt weltweit im Umbruch befindet.
Das Versagen der gesamten Politik (links wie rechts!) liegt eher darin, dass sie immer noch das überholte 2-Lager-Denken (Arbeitgeber vs. Arbeitnehmer) als Lösungsansatz verwendet! Dabei haben sich die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen längst weiterentwickelt.
Wer bereits eine vernünftige Qualifizierung mitbringt, findet früher oder später was. Wer keine gute Qualifizierung mitbringt, kommt auch nicht weiter. Die ARGE sieht zu, dass die Leute in 1-E-Jobs kommen und das wars dann. Aufs Abstellgleis!
Gebe "narsil" unbedingt Recht.
Aus meiner Sicht kommen noch 2 Faktoren erschwerend hinzu...
(1) "Einrichten" in der Arbeitslosigkeit [O-Ton "Meine Serie kommt um 13:00h. Die muss ich unbedingt sehen!"]
(2) Die Unflexibiltät und das Verstecken hinter Statistiken, wenn das AA z.B. eine Umschulung genehmigen soll und dann entweder eine "Einstellungsgarantie" gefordert wird oder mit Sätzen wie "Dann müssen sie die Umschulung selber bezahlen." argumentiert wird.
Ja, also die Agentur ist grundsätzlich etwas schwerfällig in der Gewährung von Bildungsmaßnahmen.
Vor nunmehr 1/2 Jahr verlor ich meine Arbeit, weil die
Firma in der ich angestellt war, nach Gütersloh verlagert wurde. Ich selbst wohne in Hamburg.
Was mich von vornherein ärgerte, war dass ich mich 2 Tage nach Erhalt meiner Kündigung bei der Agentur arbeitslos meldete, aber danach über 6 Wochen warten musste, bis ich überhaupt einen Gesprächstermin bekam - und überhaupt das erste Mal mit meiner Vermittlerin sprechen konnte. Verdaddelte Zeit.
Dann folgte das Gespräch und NUR VON MEINER SEITE wurde angesprochen, dass ich auch gerne
noch Zusatzqualifikationen hätte, um weiterhin am Arbeitsmarkt konkurrenzfähig zu sein.
Ich bin Groß- und Außenhandelskauffrau und darüber hinaus Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Spanisch. Im fremdsprachlichen Bereich war lt. Agentur sowieso nix zu wollen - also nichts mit Wirtschaftsübersetzer o. ä. OK, dann also gerne auch im Zollwesen - denn da gibt´s immer mal wieder neue Bestimmungen. Gerade erst im Juli dieses Jahres gibt es ein neues Zollprogramm, mit dem
Import- und Exportverfahren online abgewickelt werden können. Diese Software heißt ATLAS und seit Juli werden Zollgeschichten nur noch hierüber abgewickelt. In der Vergangenheit konnte das auch noch mit entsprechenden Papier-Vordrucken gemacht werden. Das ist ja jetzt eine ganz neue Herausforderung. Gut für den, der sich damit jetzt auskennt und der damit umgehen kann. Meist ist
dieser Software ein Warenwirtschaftsprogramm wie z. B. SAP vorgeschaltet. SAP ist ohnehin "im Kommen" und in einschlägigen Stellengesuchen werden immer entsprechende Kenntnisse gefordert.
Ich selbst bin bisher noch nicht mit SAP in Berührung gekommen, da ich bisher überwiegend in kleineren
Unternehmen beschäftigt war - und die hatten andere
Software für den Bereich Auftragsabwicklung.
Gut, wir haben uns dann entsprechende Qualifizierungsmöglichkeiten angesehen - und uns
für eine Maßnahme im Bereich Spedition - Logistik - Außenhandel entschieden (8 Wochen), um hier die
Kenntnisse zu ergänzen und zu aktualisieren. Nur SAP/ATLAS gehörte nicht dazu. Zollabwicklung - 2 Wochen im Rahmen dieser Maßnahme hatten wir schon - allerdings konnten wir nur in ATLAS ganz kurz reinschnuppern - was man aber nicht als qualifizierte Kenntnisse verkaufen kann.
Nach Abschluss der Maßnahme wurde ich erneut zu einem Vermittlungsgespräch eingeladen und wir sprachen alles nochmals detailliert durch.
Es wurde auch wieder das Thema auf SAP/ATLAS
angesprochen - und auch meine Vermittlerin meinte
jetzt, dass wir hier wohl doch noch ein 4-wöchiger Kurs sinnvoll sei. So bekam ich nach enormer Überzeugungsarbeit einen Bildungsgutschein für einen genau definierten Bildungsträger für einen ganz bestimmten Kurs, nämlich eben für dieses ATLAS-Programm in Verbindung mit SAP. (Die vorherige Außenhandels-Maßnahme war nicht auf
Bildungsgutschein - sondern eine Trainings-Maßnahme).
Ich nahm dann mit dem Bildungsträger Kontakt auf und musste erfahren, dass der entsprechende Kurs bereits besetzt sei. Ein weiterer Kurs würde erst im
November dieses Jahres stattfinden.
Schon wieder verdaddelte Wartezeit.
Ich informierte meine Vermittlerin darüber und sie rief mich dann auch einmal zurück, um mir mitzuteilen, dass ich auch gerne selbst einen Kurs im Internet aus der Ausbildungsplatform heraussuchen
könne.
Gesagt - getan.
Alle Kurse in diesem Bereich abgerufen und die Träger telefonisch kontaktiert. Allerdings boten nur
2 Träger diese Kombination aus Atlas und SAP überhaupt an. Der eine war die Schule, wo ich erfahren hatte, dass der nächstbeste Kurs bereits besetzt sei, ein anderer Bildungsträger bietet einen
entsprechenden Kurs erst für Januar 2010 an.
Also den ersten Bildungsträger nochmals kontaktiert und erneut nachgefragt. Diesmal erfahren, dass aufgrund der großen Nachfrage ein zusätzlicher Kurs mit Beginn am 5. Oktober dazwischengeschoben wurde. Wunderbar! Also sofort angemeldet.
Meine Vermittlerin über eine E-Mail entsprechend informiert. Kein Kommentar ihrerseits - auch keine
weitere Kontaktaufnahme von ihr.
Ein paar Tage später war ich beim Bildungsanbieter zu einem persönlichen Gespräch - das ist Zugangs-voraussetzung. In diesem Gespräch wurde mir allerdings mitgeteilt, dass ich für den besagten ATLAS-SAP-Kurs nicht zugelassen werden könne,
da mir entsprechende Basis-Kenntnisse in der SAP-Auftragsabwicklung noch fehlten. Erst hätte ich
diesen Kurs zu absolvieren, da alle anderen Teilnehmer im Wunschkurs diese Kenntnisse bereits hätten. Was nun? Also doch zweiter Kurs Basiskenntnisse im Oktober und gleich hinterher
SAP/ATLAS im November? Wäre ja möglich.
Allerdings nur Bildungsgutschein für den einen
SAP/ATLAS-Kurs vorhanden. Damit reines SAP-Auftragswesen nicht möglich.
Außerdem nur diese 4 Wochen, keine 8 Wochen für
2 Kurse. Die Dame, mit der ich das Gespräch führte, wollte meine Vermittlerin anrufen und verschwand kurz in eines der dortigen Büros. Nach ca. 10 Minuten kam sie zurück und sagte, sie habe meine Vermittlerin zwar noch nicht erreichen können, wolle sich aber weiterhin bemühen.
Das war am 3. September und bis heute habe ich weder von dieser Dame noch von meiner Vermittlerin etwas gehört.
Meiner Vermittlerin habe ich sofort nach dem Termin eine E-Mail geschrieben und sie über den Sachverhalt unterrichtet. Seitdem kein Lebenszeichen mehr von der Dame. Ich habe, um sicherzugehen, die E-Mails dann auch noch mal ausgedruckt und sie zu den
Nachweisen für meinen Antrag auf Bewerbungskostenrückerstattung hinzugefügt - auf der Mappe mit meinen gesammelten Werken obendrauf geheftet. Keine Reaktion. Bis heute.
Ich weiß nicht, ob die Vermittlerin noch lebt....
In meiner Mail hatte ich des Weiteren geschrieben, dass es dann, wenn nur ein Kurs gewährt wird, doch wenigstens die SAP-Auftragsabwicklung in Betracht gezogen werden sollte. Das erhöht doch schließlich den eigenen Marktwert!
Kein Kommentar.
Offensichtlich ist man nicht einmal gewillt, den Kurs von SAP/ATLAS auf SAP-Auftragssachbearbeitung zu ändern. Hätte man zugestimmt, wäre ich jetzt damit fertig. Hätte weitere Kenntnisse erworben und nicht nur hier rumgesessen und meine Bewerbungen geschrieben - was ich ohnehin auch während des
Kurses gemacht hätte.
Verdaddelte, ungenutzte Zeit.
Ich weiß selbst, dass die finanziellen Mittel begrenzt sind. Nur weiß ich auch, dass es auch anders geht.
Eine Kollegin (Buchhalterin) in meiner letzten Firma,
57 Jahre alt, wurde sofort ein SAP-Kurs, ein Lexware-Kurs und ein Englisch-Kurs gewährt. Auf der Stelle!
Während ich in der Außenhandelsmaßnahme war, wurden andere Seminarteilnehmer kurz vor Kursende von ihren Vermittlern angerufen, ob sie nicht Interesse z. B. an einem speziellen Englischkurs mit Zertifikat hätten (London Chamber of Commerce).
Offensichtlich kommt es auch immer auf die Person des Vermittlers an. Wenn man einen hat, der kein
Interesse zeigt, hat man schlechte Karten.
Nun bin ich zwar noch nicht auf ALG II, aber es wurden mir auch keine wirklichen Maßnahmen zuge-
standen, um mich für einen möglichst schnellen Neueinstieg "fit" zu machen.
Das ist Schade. Vielen Anderen dürfte es wohl ähnlich gehen.
Tja, die Erfahrung mit dieser sogenannten "Arbeitsagentur", daß notwendige und zielgerichtete, -allerdings zugegebenerweise nicht ganz billige- Fortbildungen einfach erst mal abgelehnt und verschleppt wurden und gleichzeitig man aus Hartz IV hinausgedrängt wurde, habe ich leider aucg schon gemacht. Und ich bin weder Trinker, psychisch Kranker usw. noch habe ich sonst eine schwerwiegende Macke außer eben der, daß ich fast 60 Jahre alt bin.
"Einrichten" in der Arbeitslosigkeit [O-Ton "Meine Serie kommt um 13:00h. Die muss ich unbedingt sehen!"]
Dieser Satz ist eine Unverschämtheit!
Ich - und viele andere, die ich kenne, würden viel lieber arbeiten, als irgendwo die Glotze laufen zu lassen, weil sie keine andere Aufgabe haben.
Es ist schade, wenn immer wieder solche unqualifizierten Äußerungen hier auftauchen. Ich selbst würde auch viel lieber in einen Büro Sachbearbeitung betreiben als hier zu sitzen und diesen Beitrag zu posten.
Um überhaupt was zu machen, engagiere ich mich bei der Hamburger Tafel. Das ist eine Organisation, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt.
Hier komme ich auch mit den Leuten ins Gespräch.
Ich habe dort noch von keiner einzigen Person gehört, die sich in ihrer Situation eingerichtet hätte - aber sie müssen damit leben! Was sonst bleibt ihnen übrig. Von Leuten, die hier irgendwas von "Wunschserie gucken" faseln, würde ich zunächst gerne erstmal hören, dass sie Betroffenen Arbeitsplätze angeboten hätten!
Ich selbst habe bisher 128 Bewerbungen geschrieben, bin zu diversen Vorstellungsgesprächen gelatscht und weiterbildungswillig!
Viele Andere sind es auch!
Derartige Behauptungen sind daher nur einer begrenzten Rationalität zuzuschreiben.
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