Die kriegerischen Vergangenheit Afghanistans
Sorry, gmx/web/1und1….aber ich habe selten einen so oberflächlich recherchierten „Hintergrundartikel“ gelesen!
ArtikelZITAT „Auch noch, als 2001 die US-geführte Intervention „Operation Enduring Freedom“ beginnt. Nach wenigen Wochen sind die Taliban besiegt, Hamid Karzai wird als Präsident vorgeschlagen – und später gewählt.“
Die Taliban wurden NIE „besiegt“. Sie zogen sich nach Einmarsch der Truppen ins pakistanische Grenzgebiet zurück. Wurden auf pakistanischer Seite willkommen geheißen und wieder aufgerüstet! Noch heute kontrollieren sie den Großteil des Südens Afghanistans!
Karzai wird auf der Afghanistan Konferenz 2001 als Übergangsregierung vorgeschlagen, als die Teilnehmer dieser Konferenz die internationale Gemeinschaft um Unterstützung im Kampf gegen die Taliban bitten!
ArtikelZITAT „Zum Schutz seiner Regierung wird die „International Security Assistance Force“ (ISAF) ins Leben gerufen“
ISAF wird nicht „zum Schutze Karzais“ ins Leben gerufen, sondern als „friedenserzwingender Einsatz“ für Afghanistan!
ArtikelZITAT „Noch immer beherrscht Korruption das Land, noch immer ist Drogenhandel ein ungelöstes Problem. Der Opiumanbau ist in den letzten Jahren sogar deutlich gestiegen.“
„Gestiegen“ ist er in den von den Taliban kontrollierten Gebieten im Süden des Landes! Anfangs stieg er im ganzen Land. Das hing jedoch auch damit zusammen, dass die ISAF-Truppen anfangs KEIN Mandat hatten, in den Drogenkrieg eingreifen zu dürfen! Dies wurde erst auf Drängen der USA und GB „nachgebessert“, allerdings nur, wenn die jeweiligen Regierungen ihren Truppen dies Mandat aussprechen. Die Bundeswehr hat bis heute KEIN Mandat unserer Regierung, sich an der Drogenbekämpfung zu beteiligen.
Laut Drogenbericht beträgt der Opiumanbau in den von ISAF kontrollierten Gebieten ca. 200 – 500 Hektar je Provinz. In den von Taliban kontrollierten Gebieten im Süden zwischen ca. 2000 – 100.000 Hektar je Provinz!!!
ArtikelZITAT „Von anhaltendem Frieden kann keine Rede sein.“
Wüsste nicht, wer in den letzten Jahren von „anhaltendem Frieden“ in Afghanistan gesprochen hätte?????
Iran-Contra-Affäre
Waffengeschäfte
Von der Reagan-Regierung wurden Einnahmen aus geheimen Waffenverkäufen an den Iran an die rechtsgerichteten Contras in Nicaragua weitergeleitet, um sie bei dem Contra-Krieg gegen die sandinistische Regierung zu unterstützen. Zum einen war diese Unterstützung ein Verstoß gegen einen US-Kongressbeschluss (Boland-Amendment), zum anderen war das Geld ursprünglich zum Freikauf US-amerikanischer Geiseln im Libanon vorgesehen. Im Zeitraum vom 20. August 1985 bis zum 28. Oktober 1986 wurden insgesamt 2.515 TOW-Systeme sowie 258 HAWK-Systeme bzw. deren Teile, auch via Israel, an den Iran geliefert.
Drogenschmuggel
In den Anhörungen zu der Affäre im US-Kongress kam auch ans Licht, dass die Contras über Jahre mehrere Tonnen Kokain in die USA geschmuggelt hatten und dass die CIA diese Aktivitäten kannte und duldete. Bei der Aufdeckung tat sich besonders US-Senator John Kerry hervor, der auch eine eigene Untersuchungskommission zu den Drogenhandelsverbindungen von US-Behörden leitete . Obwohl diese illegalen Aktivitäten mindestens ebenso gravierend waren wie die Waffengeschäfte mit dem verfeindeten Iran, spielen sie bis heute in der öffentlichen Wahrnehmung der Affäre kaum eine Rolle. 1996 beschrieb der Enthüllungsjournalist Gary Webb in der Artikelserie Dark Alliance detailliert, wie die großen Mengen an Kokain vor allem in Los Angeles auf den Markt gebracht worden waren.
Resultate der Untersuchung
Inwieweit Präsident Reagan und Vizepräsident George H. W. Bush in die Iran-Contra-Affäre verwickelt waren, konnte durch die beauftragte Untersuchungskommission nie ganz geklärt werden. Reagan selbst machte keine Aussagen dazu und erklärte immer, er könne sich an nichts erinnern. Donald Rumsfeld war zu Zeiten der Affäre spezieller Beauftragter für den Nahen Osten. Eine Schlüsselrolle spielte der damalige CIA-Direktor William Casey, der zwei Tage vor seiner Anhörung im Iran-Contra-Untersuchungsausschuss am 29. Januar 1987 an einer Krebserkrankung starb.
Die offizielle Verantwortung für die illegalen Aktivitäten in der Affäre wurde dem bis dahin eher unbedeutenden Lieutenant Colonel Oliver North zugeschrieben, der im Weißen Haus als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats für die Koordination verdeckter Operationen zuständig war. Trotz offensichtlicher Lügen vor dem Untersuchungsausschuss und nachgewiesener schwerer Vergehen - u. a. hatte er versucht, sämtliche belastenden E-Mails der Reagan-Administration zu löschen - gelang es North, die Affäre als freier Mann zu überstehen. Er gewann in der Folge eine Art Kult-Status bei den amerikanischen Konservativen und ist heute Vortragssprecher und Autor zahlreicher Bücher. Sechs der höchstrangigen Beteiligten, darunter der ehemalige Verteidigungsminister Caspar Weinberger und der ehemalige Sicherheitsberater Robert McFarlane wurden von Präsident Bush sen. begnadigt. Kritische Stimmen in der US-Öffentlichkeit vermuteten, dass damit weitere Untersuchungen, auch über Bushs eigene Rolle als Vizepräsident der Regierung Reagan, verhindert werden sollten.
Zitate
"Es existiert eine Schattenregierung mit ihrer eigenen Luftwaffe, ihrer eigenen Marine, ihren eigenen Geldbeschaffungsmechanismen sowie der Möglichkeit, ihre eigene Vorstellung nationaler Interessen durchzusetzen, frei von allen Kontrollen und frei vom Gesetz selbst.“
– US-Senator Daniel Inouye während der Senatsanhörungen zur Iran-Contra-Affäre
„Unser Land machte sich zum Komplizen im Drogenhandel, zur selben Zeit in der wir unzählige Dollars dafür ausgaben, die durch Drogen verursachten Probleme in den Griff zu bekommen - es ist einfach unglaublich.“
– US-Senator John Kerry in den Senatsanhörungen zur Rolle der CIA im Drogenschmuggel der Contras
„Bei Gott, die Geheimdienste dieses Landes sollten in dem Krieg [gegen die Drogenhändler] mithelfen, anstatt mit diesem Abschaum der Erde auch noch zusammenzuarbeiten – denn das haben sie getan.“
– Senator Al D´Amato
Wikipeter
Wenn man sich anschaut wie die wahre Politik der USA ausschaut. Dann wundert man sich auch nicht mehr über Afghanistan.
Da steht es ja schwarz auf weiß! Wir hätten schon lange dem Hindukusch den Rücken kehren müssen. Ein Guerilla-Krieg, bei dem die Bevölkerung die Guerillas unterstützt, ist kaum zu gewinnen. Das ist doch schon seit Che´s Buch "Guerillakampf und Befreiungsbewegung" bekannt. Deswegen hat die Revolution in Kuba ja auch trotz schlechter Ausgangslage geklappt. In Bolivien war die Bevölkerung nicht auf Seiten der Guerillas und dann hat sich der Che noch mit der KP überworfen. Revolution ade!
Ähnlich ja auch Afghanistan, auch wenn dort keine kommunistische Revolution das Ziel ist. Aber es zeigt die Machtlosigkeit einer fremden Armee, in dem der Großteil der Bevölkerung wohl gegen sie ist. Und damit für die Guerillas, die sie dann unterstützen.
Aber ich denke, das weiß der Westen schon lange!
Ich habe mir schon immer gedacht, daß es irgendwelche Gründe für diese Intervention gibt. Frieden, Freiheit, Sicherheit und Menschenrechte für Afghanistan? Eher weniger, das hat doch nur kosmetischen Zweck.
Strategische Lage, Ölpipelines und Vergeltung für den 11.September - das dürfte wohl eher der Wahrheit entsprechen.
Darum bin ich gespannt, wie lange das afghanische Abenteuter des Westens noch dauert. Wie es ausgeht, dürfte bereits klar sein.
Aber vielleicht hat der Einsatz ja auch sein gutes: Unter Umständen werden hier neue Taktiken und Strategien zur Aufstandsbekämpfung erprobt, die wir mal in unserem eigenen Land benötigen werden. Es gibt da so ein Buch mit dem Titel "Vorsicht Bürgerkrieg". Wenn der Autor recht behält, sollten wir uns warm anziehen, und zwar nicht nur wegen des jetzt aktuellen Eiszeit-Klimawandel-Geschwafels.
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